in der Neustädter Marienkirche

Die Vesperkirche Bielefeld kommt!

Superintendent Christian Bald

Zum ersten Mal findet im kommenden Jahr in unserer Stadt die Vesperkirche statt. Starten wird sie mit einem Gottesdienst am Sonntag, 2. Februar 2020 um 10 Uhr in der Neustädter Marienkirche. Anschließend wird die Kirche drei Wochen lang, vom 3. bis 23. Februar, täglich zum Ort der Begegnung und des gemeinsamen Essens werden. Und sie wird – so meine Hoffnung – auch ein Ort neuer Erfahrungen werden.

Die Vesperkirche, das ist zunächst einmal der Kirchraum, der an schön gedeckten Tischen zum gemeinsamen Essen einlädt. Alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind eingeladen. Diejenigen, die sich täglich ein schönes Mittagessen leisten können ebenso wie jene, die lieber gemeinsam statt alleine essen. Jeden Tag sind rund 35 Freiwillige dort, um Menschen an den Tischen zu bedienen, Essen auszuteilen, Geschirr zu spülen und vieles mehr. Hier können Sie sich engagieren, als Einzelperson oder auch als Gruppe, mit ihrem Verein oder Ihrer Einrichtung.

Die Vesperkirche ist auch ein Ort, um täglich zwischen 11.30 und 14 Uhr satt zu werden. Doch satt werden, das ist nicht nur körperlich gemeint. Denn das gemeinsame Essen in Tischgemeinschaften eröffnet auch die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Etwas zu erfahren über Menschen, mit denen ich nur selten Gelegenheit habe, am selben Tisch zu sitzen oder eine Mahlzeit zu teilen.

Die Vesperkirche wird drei Wochen lang auch ein Ort der Inspiration sein. Jeden Tag wird es einen kurzen geistlichen Impuls geben, ebenso werden die Gottesdienste an den Sonntagen im Zeichen der Vesperkirche stehen. Zudem wird es während der Vesperkirche an bestimmten Tagen weitere kulturelle Angebote geben.

Als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises freue ich mich sehr, dass wir als evangelische Kirche gemeinsam mit der Neustädter Mariengemeinde und der Diakonie für Bielefeld die Vesperkirche Bielefeld im kommenden Jahr starten. Danken möchte ich allen, die die Vesperkirche unterstützen und möglich machen. Mit persönlichem und freiwilligem Einsatz ebenso wie mit kleinen und großen Geld- oder Sachspenden. Denn die Vesperkirche soll allein aus Spenden getragen werden.

Wenn Sie die Idee der Vesperkirche gut finden, dann freuen wir uns, Sie ab dem
2. Februar 2020 in der Bielefelder Vesperkirche begrüßen zu können!

Oldtimer-Pilger spenden 300 Euro für Vesperkirche

Kurz vor der Abfahrt gab es einen Scheck über 300 Euro für die Vesperkirche Bielefeld.

Am 18. Mai haben knapp 50 Oldtimer-Pilger mit ihren Fahrzeugen im Bielefelder Restaurant "Glück & Seligkeit" Station gemacht. Bereits zum sechsten Mal führt das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe einmal jährlich diese besondere Form des Pilgerns durch, jeweils mit mehreren Stationen und jeweils einer kurzen Andacht, einer Führung oder – wie jetzt – Informationen zur Umnutzung der ehemaligen Kirche in ein Restaurant und zur Gesamtsituation von Kirchenumwidmungen.

Im Anschluss nahm Pfarrer Uwe Moggert-Seils vom Evangelischen Kirchenkreis einen Spendenscheck der Pilger über 300 Euro von Felix Eichhorn (Foto: vorne links), Studienleiter im Erwachsenenbildungswerk, entgegen.

Würdevolle Begegnung ermöglichen

Die Neustädter Marienkirche in Bielefeld wird im Februar 2020 zur zweiten Vesperkirche in Westfalen. Drei Wochen lang können ganz unterschiedliche Menschen in der Kirche täglich eine kostenlose Mittagsmahlzeit erhalten und miteinander ins Gespräch kommen. Nach der Eröffnung mit einem Gottesdienst am 2. Februar um 10 Uhr wird es vom 3. bis 23. Februar jeden Tag neben dem gemeinsamen Essen einen geistlichen Impuls sowie ein begleitendes Kulturprogramm geben.

Die Vorbereitungen für die Bielefelder Vesperkirche laufen seit gut einem Jahr. „Im Presbyterium unserer Gemeinde hatten wir schon seit längerem überlegt, wie wir mit unserer altehrwürdigen Kirche mitten in der Stadt neben dem vielfältigen Kulturangebot auch unserem diakonischen Auftrag nachkommen können“, so Christel Weber, Pfarrerin an Neustadt Marien. Nach den Besuchen in anderen Vesperkirchen, unter anderem in Stuttgart, der „Mutter aller Vesperkirchen“, stand für die inzwischen gegründete Projektgruppe und die Gemeinde fest: Neustadt Marien ist der richtige Ort dafür. „Wir möchten eine würdevolle Begegnung von Menschen im spirituellen Raum der Kirche ermöglichen“ – so beschreibt Christel Weber das Ziel der Bielefelder Vesperkirche. Obwohl der Begriff der Vesperkirche inzwischen fest geprägt sei, gelte, dass „jede Vesperkirche ihre eigene Prägung hat, je nach den örtlichen Gegebenheiten.“

Matthias Blomeier, Sozialpfarrer des Evangelischen Kirchenkreises und in der Projektgruppe für die Gäste der Vesperkirche verantwortlich, ergänzt: „Uns war von vornherein klar, dass die Vesperkirche in Bielefeld keine Konkurrenz zu den bestehenden Hilfs- und Essensangeboten sein soll, etwa dem Bielefelder Tisch oder anderen Einrichtungen. Darum ist uns neben der persönlichen Begrüßung und freundlichen Austeilung der Mahlzeiten auch wichtig, dass bei den Mahlzeiten ganz unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch kommen. „Damit bringt die Vesperkirche“, so Blomeier, „mitten in unserer Stadt einen markanten sozialdiakonischen Impuls zum Ausdruck, der die Würde jedes Einzelnen unterstreicht.“

Für die Essensausgabe und weitere organisatorische Aufgaben werden drei Wochen lang jeden Tag etwa 35 Freiwillige benötigt. Ab sofort können sich Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Belegschaften oder Schulklassen dafür auf der Homepage der Vesperkirche anmelden.  Marc Korbmacher, Geschäftsführer der Diakonie für Bielefeld, ist für die Gesamtorganisation der Vesperkirche verantwortlich: „Ich freue mich, dass wir, verfasste Kirche und Diakonie, zum ersten Mal gemeinsam solch ein Projekt in unserer Stadt gemeinsam auf den Weg bringen.“

Die Trägerschaft der Vesperkirche hat der Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises übernommen. Die Kosten, die im höheren fünfstelligen Bereich liegen werden, sollen ausschließlich durch Spenden gedeckt werden. Dabei sind Geldspenden ebenso willkommen wie Sachleistungen. Erste Unterstützungen wurden bereits zugesagt. So hat bereits ein Handwerksbetrieb, nachdem er von der Vesperkirche erfahren hatte, die kostenlose Auslegung des Fußbodens in der Neustädter Marienkirche für den entsprechenden Zeitraum übernommen.