Oldtimer-Pilger spenden 300 Euro für Vesperkirche

Kurz vor der Abfahrt gab es einen Scheck über 300 Euro für die Vesperkirche Bielefeld.

Am 18. Mai haben knapp 50 Oldtimer-Pilger mit ihren Fahrzeugen im Bielefelder Restaurant "Glück & Seligkeit" Station gemacht. Bereits zum sechsten Mal führt das Evangelische Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe einmal jährlich diese besondere Form des Pilgerns durch, jeweils mit mehreren Stationen und jeweils einer kurzen Andacht, einer Führung oder – wie jetzt – Informationen zur Umnutzung der ehemaligen Kirche in ein Restaurant und zur Gesamtsituation von Kirchenumwidmungen.

Im Anschluss nahm Pfarrer Uwe Moggert-Seils vom Evangelischen Kirchenkreis einen Spendenscheck der Pilger über 300 Euro von Felix Eichhorn (Foto: vorne links), Studienleiter im Erwachsenenbildungswerk, entgegen.

Würdevolle Begegnung ermöglichen

Die Neustädter Marienkirche in Bielefeld wird im Februar 2020 zur zweiten Vesperkirche in Westfalen. Drei Wochen lang sollen täglich 400 Menschen in der Kirche eine Mittagsmahlzeit erhalten und miteinander ins Gespräch kommen. Neben dem gemeinsamen Essen wird es vom 2. bis 23. Februar jeden Tag einen geistlichen Impuls sowie ein Kulturprogramm geben.

Die Vorbereitungen für die Bielefelder Vesperkirche laufen seit einem Jahr. „Im Presbyterium unserer Gemeinde hatten wir schon seit längerem überlegt, wie wir mit unserer altehrwürdigen Kirche mitten in der Stadt neben dem vielfältigen Kulturangebot auch unserem diakonischen Auftrag nachkommen können“, so Christel Weber Pfarrerin an Neustadt Marien. Nach den Besuchen in anderen Vesperkirchen, unter anderem in Stuttgart, der „Mutter aller Vesperkirchen“, stand für die inzwischen gegründete Projektgruppe und die Gemeinde fest: In Neustadt Marien ist der richtige Ort dafür. „Wir möchten eine würdevolle Begegnung von Menschen im spirituellen Raum der Kirche ermöglichen“ – so beschreibt Christel Weber das Ziel der Bielefelder Vesperkirche. Obwohl der Begriff der Vesperkirche inzwischen zwar fest geprägt sei gelte, dass „jede Vesperkirche ihre eigene Prägung hat, je nach den örtlichen Gegebenheiten.“

Matthias Blomeier, Sozialpfarrer des Evangelischen Kirchenkreises und in der Projektgruppe für die Gäste der Vesperkirche verantwortlich, ergänzt: „Uns war von vornherein klar, dass die Vesperkirche in Bielefeld keine Konkurrenz zu den bestehenden Hilfs- und Essensangeboten sein soll, etwa dem Bielefelder Tisch oder anderen Einrichtungen. Darum ist uns neben der persönlichen Begrüßung und freundlichen Austeilung der Mahlzeiten auch wichtig, dass bei den Mahlzeiten ganz unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch kommen.“ So könne mitten in der Stadt ein diakonischer Impuls, der die Würde jedes Einzelnen unterstreiche, gegeben werden.

Für die Essensausgabe und weitere organisatorische Aufgaben werden drei Wochen lang jeden Tag etwa 35 Freiwillige benötigt. Ab September können sich Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Belegschaften oder Schulklassen dafür auf der Homepage der Vesperkirche eintragen. Vorher, so Marc Korbmacher sei es zu früh. Der Geschäftsführer der Diakonie für Bielefeld ist für die Gesamtorganisation der Vesperkirche verantwortlich: „Ich freue mich, dass wir, verfasste Kirche und Diakonie, zum ersten Mal gemeinsam ein so großes Projekt in unserer Stadt gemeinsam auf den Weg bringen.“

Die Trägerschaft der Vesperkirche hat der Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises übernommen. Die Kosten, die im höheren fünfstelligen Bereich liegen werden, sollen durch Spenden gedeckt werden. Dabei sind Geldspenden ebenso willkommen wie Sachleistungen.Erste Unterstützungen wurden bereits zugesagt. So hat ein Handwerksbetrieb, nachdem er von der Vesperkirche erfahren hatte, die kostenlose Auslegung des Fußbodens in der Neustädter Marienkirche für den entsprechenden Zeitraum bereits übernommen.